Zielsetzung und konzeptioneller Aufbau des digitalen Klassenzimmers - ein andauernder Prozess

Zielsetzung und konzeptioneller Aufbau der Arbeit im digitalen Klassenzimmer

Diese Homepage wurde aufgrund der Schulschließungen und dem daraus resultierenden Homeschooling (siehe Arbeitsdefinition) für SchülerInnen erstellt, um Lernen im digitalen Klassenzimmer zu ermöglichen und täglich zu unterstützen. Um den Ansprüchen guten Unterrichts gerecht zu werden, ist es nötig, Qualitätskriterien zu definieren. 

"Arbeitsdefinition: 

Homeschooling ist ein durch die Schule organisierter Fernunterricht, in dem das gemeinsame Arbeiten in der Klasse/im Lernverband zeitlich befristet aufgehoben und durch individualisierte Hausarbeit ersetzt wird. Sie wird in unterschiedlichem Umfang von den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten beaufsichtigt und von der Schule durch die Arbeit mit Bildungsservern und den Einsatz digitaler Medien unterstützt.

Fernunterricht (distance learning) ist nichts Neues. Schon vor 80 Jahren wurden Farmer-Kinder im australischen Busch viele Monate lang nur über Funk unterrichtet." (Meyer: unterrichten.digital/2020/05/07/hilbert-meyer-homeschooling/?fbclid=IwAR2fIM7xA9jUPPrD67y6ADQOuMMbCDMDVySmVIKLcM3HYSD_FXoYLCIn9MI,, abgerufen am 9.05.2020

Kriterien des Distance Learnings:

Zunächst möchte ich Hilbert Meyer zitieren, welcher konstatiert, dass es "keine exklusiven Homeschooling - Kriterien gibt. Was gut für herkömmlichen Unterricht ist, ist auch gut für Homeschooling und Blended Learning." (Meyer 2020). 

Videokonferenzen sind nur ein Tool, sie alleine machen keinen guten Unterricht. Es kommt vielmehr auf die Lehrerprofessionalität an, auf die Haltung, welche sich im Wollen und Können widerspiegelt. 

  • Herstellung eines lernförderlichen Klimas

  • Transparenz der Leistungserwartungen 

  • Anspruch, nicht nur triviale Übungsaufgaben, sondern anspruchsvolle offene Aufgaben mit einem hohen Niveau an Selbststeuerung und -kontrolle (Meyer 2020).

Basale Fähigkeiten des selbstgesteuerten Lernens sind als Voraussetzung für das Beschulen zu Hause zu sehen. Diese Form des Lernens kann wohl nur erfolgreich sein, wenn schon vor der Umsetzung Arbeitstechniken und Haltungen für eigenständiges Lernen entwickelt wurden. Meine SchülerInnen waren durch Wochenplanarbeit, Tageszieltransparenz, stetige Lernbegleitung und einer Feedbackkultur scheinbar sehr gut auf das digitale Klassenzimmer vorbereitet. Daher ist davon auszugehen, dass meine positiven Ergebnisse wahrscheinlich auf bereits aus dem realen Klassenzimmer erworbene Fähigkeiten zurückzuführen sind. Dies wäre jedoch noch genauer zu beleuchten. Letztlich glaube ich aber auch, dass es möglich ist, diese Arbeitstechniken und Haltung über das digitale Klassenzimmer zu vermitteln. Es dauert vielleicht ein bisschen länger, aber mit pädagogischen Möglichkeiten sollte dies zu erreichen sein. 

Vor der Einführung des digitalen Klassenzimmers:

Zu Beginn ist es nötig, sich einen Überblick über die technischen Voraussetzungen der Elternhäuser zu verschaffen. Hierzu gehört nicht nur die vorhandene Hardware, sondern auch die Internet- und Geräteverfügbarkeit zu gewissen Uhrzeiten. Aufklärungsarbeit ist unerlässlich. Vor dem Projektstart sollte oder mehrer online Elternabend/e stattfinden, bei welchem die Vorteile für die Kinder vermittelt, Fragen und Sorgen geklärt werden. Liegen diese Informationen vor und hat der Elternabend stattgefunden, wird die Lernplattform und das Videochattool auf die vorhandenen Bedingungen abgestimmt. Ich habe zunächst eine eigene Homepage als Lernplattform erstellt. Diese habe ich so konzipiert, dass die SchülerInnen mit ihren unterschiedlichen technischen Voraussetzungen (Smartphone, Tablet, Notebook, Desktop-Computer) gleichzeitig am Unterricht partizipieren können. Diese Abstimmung erscheint mir notwendig, da sonst Barrieren entstehen, die ich mit Hilfe des digitalen Unterrichts nicht auf- sonder abbauen möchte. Frühzeitige und permanente Kommunikation ist ein wichtiger Schlüssel. Die Eltern müssen stets informiert bleiben, um Skepsis und Ängste abzubauen und um Lernerfolge und Lernchancen zu erkennen. Die Vernetzung der Eltern untereinander ist ebenfalls sehr wichtig. Hierdurch wird es möglich, Ressourcen zu verteilen und sich gegenseitig zu unterstützen. Dies kann beispielsweise nötig werden, um sich Hardware zur Verfügung zu stellen oder auch zur gegenseitigen Unterstützung bei technischen Fragen. Es gibt zumeist in der Elternschaft ältere, ungenutzte Geräte, die sich für einen Videochat eignen und die für eine gewisse Zeit verliehen werden können. Sind alle Unklarheiten auf Seiten der Eltern und technischer Voraussetzung geklärt, kann die eigentliche pädagogische Arbeit mit den Kindern beginnen. 

"Die selbst gesetzten Ansprüche an das Homeschooling variieren allerdings von Schule zu Schule deutlich, und dies hat offensichtlich so gut wie nichts mit der Schulstufe oder der Schulform zu tun, wohl aber mit einer beherzten Schulleitung." (Meyer 2020). Digitaler Unterricht ist auch in der Grundschule möglich, es ist jedoch eine Frage des Willens und der pädagogischen Umsetzung. Im Sinne der Kinder gilt es abzuwägen, welche Wege man beschreitet.

Didaktische Ansprüche an das digitale Klassenzimmer, angelehnt an die aus der englischsprachigen Literatur stammenden opportunity-to-learn-standards (vgl. Meyer 2020):

1. Das vor Beginn des Homeschoolings aufgebaute Arbeitsbündnis nutzen!

2. Klare Strukturen vorgeben!

3. Offene und geschlossene Aufgaben ausbalancieren!

4. Die Fähigkeit zur Selbststeuerung stärken!

5. Feedback nehmen und geben!

6 Leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler bevorzugen!

7. Leistungen - trotz alledem - gerecht bewerten!

8. Den Einsatz von Arbeitsblättern drosseln!

Was bedeuten diese acht Punkte konkret? 

1. Das vor Beginn des Homeschoolings aufgebaute Arbeitsbündnis nutzen

"Unterricht kann nur funktionieren, wenn Lehrpersonen und Schüler*innen eine Verantwortungsgemeinschaft bilden und sich gegenseitig beim Lehren und Lernen unterstützen (vgl. Meyer 2020)." Nach Meyer kann dies durch ein Arbeitsbündnis entstehen, welches "ein impliziter oder auch förmlich geschlossener didaktisch-sozialer Vertrag zwischen der Lehrperson und ihren Schüler*innen über geteilte Rechte und Pflichten" (vgl. Meyer 2020) darstellt. Ist dieses Arbeitsbündnis vorhanden, kann darauf aufbauend das Lernen im digitalen Klassenzimmer problemlos weitergeführt werden. Ein solches Arbeitsbündnis zu erneuern ist digital wesentlich schwieriger zu erreichen, aber nicht unmöglich, bedarf jedoch großer Anstrengungen.

In meiner dritten Klasse, die ich (mit einer Unterbrechung von 6 Monaten) vom ersten Schuljahr als Klassenlehrerin leite, war dieses Arbeitsbündnis bereits vorhanden. Es gelang daher schnell, Lernbereitschaft in einem neuen Lernumfeld herzustellen. Die einzige Hürde, die es zunächst zu überwinden galt, waren die technischen Herausforderungen:

  • Wie komme ich in das digitale Klassenzimmer?,

  • Welche Knöpfe muss ich für was und wie bedienen? 

Als die Kinder begannen, sicher im Umgang mit der Technik zu werden, das war bereits nach wenigen Tagen der Fall, konnte mit den curricularen Lerninhalten gestartet werden. 

2. Klare Strukturen vorgeben!

Nach Hilbert Meyer sind "strikt eingehaltene Arbeitszeiten, ein ruhiger Arbeitsplatz, ein Laptop oder ein Smartphone und die Unterstützung durch Eltern bzw. Erziehungsberechtigte" wichtig." Dies ist auch meine Erfahrung. Auch wenn Eltern nicht unterstützen können, ist es möglich, für die Kinder da zu sein. Es bedarf in diesem Fall der besonderen Unterstützung durch eine Lehrkraft oder anderer Eltern. Die Kinder nehmen das Miteinander dankend an. Daher lohnt sich der besondere Einsatz für benachteiligte Kinder sehr. 

Ein von der Schule erstellter Leitfaden für das Homeschooling oder Blended Learning kann hilfreich sein. Die Aufgabenstellungen müssen klar verständlich formuliert und am besten von den Kindern selbstständig zu verstehen sein. Der Hauptfokus der Lehrkräfte sollte daher zunächst darauf liegen, sinnvolle, verständliche Aufgabenstellungen zu geben und sich auch zu vergewissern, ob die Kinder mit den Aufgaben zurecht kommen und ob sie Handlungsroutinen daraus ableiten können. 

3. Offene und geschlossene Aufgaben ausbalancieren!

Arbeitsblätter zu verschicken oder Aufgaben aus dem Schulbuch zu vergeben ist einfach, ist jedoch für die Kinder häufig ungeeignet und entspricht nicht den Vorstellungen von modernem zukunftsfähigen Unterricht ("Arbeitsblätter gehören nicht zu den seriösen pädagogischen Themen. Sie sind ein Übel, das sich in den Schulen ausgebreitet hat und offenbar nicht auszurotten ist." Schümer, 1991).

Kognitiv und sozial aktivierende Aufgabenstellungen, die zudem eine natürliche Differenzierung ermöglichen, sind nicht nur im realen Klassenraum zu bevorzugen, sondern auch im digitalen. Projektarbeiten sind hierfür besonders geeignet. Gruppenarbeiten, Klassenprojekte und Kinderfragen sind als wichtige Bestandteile des digitalen Klassenzimmers anzusehen (vgl. Projekt Zauberlehrling; Veröffentlichung: Das digitale Klassenzimmer - Die Perspektive der Kinder; gemeinsam erstellte Internetseiten: heimische Vögel, Naturentdeckungen, Glück). Selbstverständlich dürfen individuelle Übungs- und Betreuungszeiten nicht fehlen. Diese sind sowohl im digitalen Klassenzimmer anzubieten, als auch und vor allem in der Präsenzzeit im realen Klassenraum. 

4. Die Fähigkeit zur Selbststeuerung stärken!

Distance Learning und Homeschooling setzen "basale Fähigkeiten zur Selbststeuerung des Lernens voraus" (Meyer, S.4). Jedoch wird niemand mit diesen Fähigkeiten geboren, daher ist es zwingende Voraussetzung, die erforderlichen Arbeitstechniken und die Haltung zu vermitteln. Hierzu gehört, dass die Kinder den Umgang mit Lernplänen und ihren Arbeitsmaterialien kennen beherrschen oder zumindest die positive Einstellung haben, mitmachen zu wollen, zuzuhören und sich Dinge erklären lassen. Kinder sind bereit dazu, wenn sie bereits Kompetenzerfahrungen und Autonomieerlebnisse hatten. Nach Deci & Ryan bedarf es drei Gelingensbedingungen für Selbststeuerung: Kompetenzerfahrung, Autonomieerlebnisse und Solidaritätserfahrungen. Die beiden ersten Bedingungen erfahren Kinder mit Hilfe digitaler Medien. Die Solidaritätserfahrung können sie auch sammeln, wenn sie merken, dass ihre Lehrkräfte alles daran setzen, sich für sie einzusetzen und hieraus ein Miteinander entsteht.

Aus der Praxis kann ich berichten, dass alle drei Gelingensbedingungen erfüllt werden konnten. Vor allem  Solidaritätserfahrungen waren es, die die Kinder besonders motivierten. Es lohnt ein Blick in die Berichte der Kinder zum digitalen Klassenzimmer: "Sie setzt sich voll für uns ein." schreibt ein Schüler. "Was ich noch toll finde ist das sich Frau S. voll Mühe gibt uns zu unterstützen." klingt es von einer Schülerin. "Man hat Spaß und das alles wegen Frau S und Frau W." Diese Erfahrungen haben sicherlich dazu beigetragen, dass wir uns als Gemeinschaft fühlen, ein echtes Miteinander, "trotz Corona" (Zitat Schülerin) pflegen und im Lernen geblieben sind.  

5. Feedback nehmen und geben!

Feedback hat Einfluss auf die Leistung. Daher sollte Feedback ein wichtiger Bestandteil von Unterricht sein. Die Leistungsdiagnostik unterscheidet zwischen zwei Formen: formativen und summativen Rückmeldungen. Die formative Rückmeldung ist diejenige, die während des Lernprozesses erfolgt, die summative jene, die nach Abschluss einer Lerneinheit erfolgt. John Hattie hat für die formative Leistungsdiagnostik eine sehr hohe Effektstärke von d = 0.73 errechnet. Sowohl in meinem digitalen als auch nicht digitalen Unterricht spielt die formative Rückmeldung eine große Rolle. Täglich starten wir mit einer Tagesagenda, wodurch sich bereits zu Beginn die Zieltransparenz erschließen lässt. Die Kinder setzen sich individuelle Tagesziele, die wir zum Tagesabschluss reflektieren. Daher darf Homeschooling nicht bedeuten, die Kinder mit Arbeitsblättern und Aufgaben alleine zu lassen, sondern sie benötigen die reale pädagogische Begleitung mit sinnvollem, formativen Feedback. Hier jedoch spielt es keine Rolle, ob dieses digital oder im Klassenraum stattfindet. Wichtig aber ist, dass es möglichst täglich stattfindet. 

6 Leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler bevorzugen!

Homeschooling benachteiligt zunächst, ohne pädagogisches Konzept, alle Kinder, fordert Eltern und strapaziert das tägliche Leben. Bildungsnahe Elternhäuser unterstützen ihre Kinder erfahrungsgemäß und helfen ihnen, das jeweilige Arbeitspensum zu bewältigen. Kinder, deren Elternhäuser dies jedoch nicht leisten können, erfahren einmal mehr, benachteiligt zu sein, wenn sie von der Schule nicht besondere Beachtung werden. Unzureichende Lesefähigkeiten, mangelnde technische Kenntnisse und fehlende Selbstwirksamkeitserfahrungen machen die Schwächen des Schulsystems deutlich. Ein sensibler Umgang und genauer Blick auf benachteiligte Kinder ist unerlässlich. "Riesige Anstrengungen sind nötig, um diesen SchülerInnen zu mehr Bildungsgerechtigkeit zu verhelfen (Brügelmann, Groeben, Meyer et al. 2020).

Einige praktische Tipps möchte ich geben: Zunächst ist die Einführung eines digitalen Klassenzimmers nötig. Vorab fragt man die technischen Voraussetzungen der Elternhäuser (durch die Lehrkraft oder Hilfskräfte) ab. Im Anschluss startet der Unterricht. Ich habe mir täglich notiert, wann welche Kinder teilgenommen haben, habe mich mit den Elternhäuser der fehlenden Kinder in Verbindung gesetzt und individuell geklärt, welche Gründe hierfür vorlagen. So war es mir möglich, auf die jeweiligen Bedürfnisse reagieren zu können. Letztlich gelang es mir, 14 von 15 Kindern aktiv in das neue Unterrichtsgeschehen einzubinden. Teilweise bedurfte es kurzer Besuche bei den Kindern zu Hause, um technische Hürden zu überwinden, teilweise bedurfte es Überzeugungsarbeit mit dem Tenor: "Mobiltelefone sind "nicht gefährlich", sondern mit Hilfe dieser findet Unterricht statt." Für die Zukunft wäre es hilfreich, wenn digitale Endgeräte in der Schule zur Verfügung stünden, die Lehrkräfte zur Ausleihe an die Kinder vergeben könnten. Dann bedürfte es lediglich der Einweisung der Kinder in den technischen Umgang des Gerätes. Dies jedoch ließe sich relativ unkompliziert umsetzen. 

7. Leistungen - trotz alledem - gerecht bewerten!

Eine gerechte Bewertung erscheint mir zunächst sehr schwierig. Niemand weiß, wie viel Unterstützung die Kinder zu Hause tatsächlich haben und hatten. Es wird nicht herauszufiltern sein, wer welche Leistung tatsächlich erbracht hat. Darum sollte es meiner Meinung nach nicht um Bewertung, sondern um eine Leistungskultur gehen. Lehrkräfte und Eltern sollen den Kindern vermitteln, dass Lernen und Anstrengung nötig ist. Nur, wenn wir Lehrkräfte als Vorbilder fungieren, für die Kinder täglich ansprechbar sind und wir gemeinsam lernen, ist ein Urteil über den tatsächlichen Leistungsstand möglich. Dieser sollte jedoch in Feedbackgesprächen reflektiert aber nicht in Ziffernnoten bewertet werden. Ich könnte mir vorstellen, dass eine intensive Lernbegleitung mit Blick auf zu erlangende Kompetenzen und geeigneten Schritten hin zu diesen Kompetenzen der richtige Weg sein kann. Aus meiner Praxis kann ich berichten, dass die Kinder, die in der Vergangenheit häufig schlechte Noten schrieben, im digitalen Klassenzimmer plötzlich aufblühen und zu Höchstleistungen auflaufen. Diesen Aspekt möchte ich zukünftig gerne noch näher beleuchten. Ich denke, dass dieser Bereich der Forschung bedarf. 

 

8. Den Einsatz von Arbeitsblättern drosseln!

Bereits 1991 schrieb Gundel Schümer: "Arbeitsblätter gehören nicht zu den seriösen pädagogischen Themen. Sie sind ein Übel, das sich in den Schulen ausgebreitet hat und offenbar nicht auszurotten ist." Jere Brophy schreibt 2002 zu diesem Thema: "Lückentext-Arbeitsblätter, Blätter mit Rechenaufgaben und Aufgaben, die Schüler nur dazu bringen, Fakten zu memorieren oder isolierte Operationen durchzuführen, sollten so wenig wie möglich im Unterricht eingesetzt werden." (Brophy, in: Meyer 2004, S.111). Ich plädiere für offene Aufgaben, die eine innere Differenzierung ermöglichen, als Zugang zu neuen Lerninhalten. Machen Sie Ihre SchülerInnen neugierig auf den Lerninhalt, lassen Sie sie herausfinden, was interessant ist, was sie können und was sie selbst wissen möchten. Aus dieser intrinsischen Motivation heraus wird Lernen gelingen. Selbstverständlich bedarf es auch Übungsphasen. Diese sollten von Fachpersonal bestmöglich begleitet werden, denn gerade die Übungszeit ist es doch, die uns Menschen nicht immer leicht fällt und bei welcher es Unterstützung und Motivation bedarf. Diese Übungszeiten sollten aus meiner Sicht in die Präsenzzeit verlegt werden, denn hier sind die Experten, die die Kinder mit pädagogischem Geschick motivieren können. 

Das gemeinsame Lernen steht im Mittelpunkt, nicht ein Tool oder eine Methode. Guter Unterricht setzt an die Fähigkeiten und Interessen des Kindes an, über- und unterfordert sie nicht, verlangt aber auch nach Leistung, die sehr unterschiedlich aussehen kann, je nachdem was die Kinder an Fertigkeiten mitbringen.

Lehrkräfte sind Lernbegleiter, sie holen die Kinder ab, wo sie stehen und fordern sie zu Leistung heraus, in dem sie motivierende, gute Aufgaben stellen. Wenn die Aufgaben diese Anforderungen erfüllen, ist es möglich eine Leistungskultur zu schaffen. Besonders motivierend sind Aufgaben, die sich mit den Interessen des Kindes beschäftigen. Die Kinder sind leistungsbereit und merken selbst anstrengende Übungsphasen nicht. Geht es uns Erwachsenen nicht auch so? Je motivierter wir sind, desto höher ist der Einsatzwille. 

Literaturnachweise:

  • Meyer, Hilbert 2020: https://unterrichten.digital/2020/05/07/hilbert-meyer-homeschooling/?fbclid=IwAR2fIM7xA9jUPPrD67y6ADQOuMMbCDMDVySmVIKLcM3HYSD_FXoYLCIn9MI, abgerufen am 09.05.2020

  • Meyer, Hilbert 2020: Didaktische Ansprüche an Homeschooling und Blended Learning: Erziehung und Wissenschaft 2020. 

  • Auf dem Weg zum kompetenzorientierten Unterricht - Ein Medienkompetenzraster: erstellt von einer Arbeitsgruppe bestehend aus IT-Beauftragten und Fachberatern Medienbildung für die Grund- und Förderschule im Schulamtsbezirk Wiesbaden / Rheingau-Taunus-Kreis Stand März 2014: https://medien.bildung.hessen.de/grund_foerderschule/Medienkompetenzraster_Projektgruppe_Stand17.03.2014.pdf

  • Hessisches Kultusministerium: Praxisleitfaden Medienkompetenz - Bildung in der digitalen Welt für Primastufe und Sekundarstufe I, Wiesbaden 2019. 

  • Leitlinien zur Achtung, zum Schutz und zur Verwirklichung der Rechte des Kindes im digitalen Umfeld. Empfehlung des Ministerkomitees an die Mitgliedstaaten, Berlin 2019. 

  • Bildung in der digitalen Welt. Strategie der Kultusministerkonferenz. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 08.12.2016 in der Fassung vom 07.12.2017. 

  • Schümer, Gundel Arbeitsblätter und Grundschulunterricht. Ergebnisse einer Umfrage unter Schulleitern und Lehrern aus vier Bundesländern Zeitschrift für Pädagogik 37 (1991) 5, S. 807-825

Literatur

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