Technische Universität Kaiserslautern

Distance and Independent Studies Center (DISC)

Master - Fernstudiengang “Schulmanagement”

 

 

Portfolioarbeit

 

Zum Studienmodul SM0500

Welche Gelingensbedingungen sind notwendig für ein digitales Klassenzimmer einer dritten Klasse?

 

Stricker, Christiane

Ziegelhofring 52

61118 Bad Vilbel

christiane.stricker@yahoo.de

 

 

Abgabedatum

27.08.2020

 

 

 

Gliederung

 

1.  Einleitung

 

2. Aufgabenteil

           

2a. Vergleichende Darstellung von Forschungsstandpunkten mit eigenem Resümee. Welche Forschungsstandpunkte gibt es?

Darstellung und Analyse divergierender Aussagen in wissenschaftlichen Texten mit eigener Schlussfolgerung

2b. Recherche zu wissenschaftlich aufgesetzten Internetinhalten (Universitäten, Ministerien, anerkannten Foren etc.) mit eigenem Kommentar

Darstellung und mit eigener Reflexion versehene Quellen aus wissenschaftlichen Internetseiten

 

2c. Protokolle und Zusammenfassungen von Mitschriften affiner Veranstaltungen (Teilnahmebescheinigungen sind im Anhang beizufügen) – Webinare zur Verbesserung der digitalen Unterrichtsqualität - Lehrerprofessionalität

 

2d. Statements auf der Grundlage der Studieninhalte

 

2e. Darstellung von Projektmitarbeiten, in die Studieninhalte eingeflossen sind.

2f. Reflexion über Schlüsselerlebnisse, in deren Rahmen stattgefundene Auseinandersetzungen und Einfluss auf weitere eigene Meinungsbildung und Weiterarbeit

 

3. Resümee

 

4. Literaturangaben

 

 

 

1. Einleitung

„Denn es ist zuletzt doch nur der Geist, der jede Technik lebendig macht.“

Johann Wolfgang von Goethe

Die vorliegende Portfolioarbeit beschäftigt sich mit Gelingensbedingungen für ein digitales Klassenzimmer einer dritten Klasse in der Zeit der Corona Schulschließungen. Sie zeigt auf, weshalb die digitale Unterrichtsform ihre Begründung findet, wie es dazu kam, dass eine rasante Unterrichtsentwicklung vom Präsenzunterricht zu digitalem Lernen stattfinden konnte und was nötig ist, um digitalen Unterricht für schulisches Lernen gewinnbringend einzusetzen.

Während der Schulschließungen wurde der bekannte Präsenzunterricht durch Homeschooling ersetzt. Der Begriff Homeschooling ist ggf. irreführend und wird sehr unterschiedlich definiert. Ich werde im Verlauf der Arbeit den Begriff nach der Definition von Meyer verwenden: „Homeschooling ist ein durch die Schule organisierter Fernunterricht, in dem das gemeinsame Arbeiten in der Klasse/im Lernverband zeitlich befristet aufgehoben und durch individualisierte Hausarbeit ersetzt wird. Sie wird in unterschiedlichem Umfang von den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten beaufsichtigt und von der Schule durch die Arbeit mit Bildungsservern und den Einsatz digitaler Medien unterstützt.“ (Meyer 2020, S.2)  

Zu Beginn werde ich auf konträre Forschungsstandpunkte zur Digitalisierung eingehen, die ich auch aufgrund eigener Erfahrungen in einer Synthese zusammenführe. Die folgende Aufgabe ist eine Recherche zu wissenschaftlich aufgesetzten Internetinhalten, welche 5 Empfehlungen für digitales Unterrichten ausspricht und aufzeigt, dass eine veränderte Pädagogik auch veränderte Strukturen benötigt und was durch unterstützende Politik vorangebracht werden könnte. Ich werde Fortbildungen vorstellen, welche mir im Rahmen meiner pädagogischen Professionalisierung Unterstützung boten und darstellen, welche Lernfortschritte hierdurch erzielt werden konnten. Auf der Grundlage der Studieninhalte werde ich im Weiteren auf Statements zum digitalen Klassenzimmer eingehen, welche sowohl im Internet, als auch in einer Zeitschrift (Grundschule) veröffentlicht wurden. Auch werde ich das Projekt: das digitale Klassenzimmer, näher erläutern und vorstellen. Den Aufgabenteil schließen Schlüsselerlebnisse ab, welche Einfluss auf meine eigene Meinungsbildung und Weiterarbeit im Rahmen von Unterrichtsentwicklung und digitalem Lernen hatten. In einem abschließenden Resümee kläre ich, ob meine Forschungsfrage: Welche Gelingensbedingungen sind für ein digitales Klassenzimmer einer dritten Klasse notwendig?, beantwortet werden konnte und somit das Ziel der Arbeit erreicht wurde. Ich lege meinen Lernzuwachs dar und fasse Lernziele und Kompetenzentwicklungen der Kinder zusammen.

 

 

2a. Vergleichende Darstellung von Forschungsstandpunkten mit eigenem Resümee. Welche Forschungsstandpunkte gibt es?

 

Dieser Artikel widmet sich zum einen zwei Antithesen, sowie zum anderen bildungstheoretischen Standards nach Hilbert Meyer für zeitgemäße Lernkulturen, welche in einem Fazit durch eigene Erfahrungen zusammengeführt werden. Antithese 1 besagt, dass Digitalisierung schädlich sei, stellt den pädagogischen Wert in Frage und geht davon aus, „dass eine zunehmende Digitalisierung Lernen sogar verhindern könnte.“ (Zierer 2020, S. 19). Antithese 2 stützt sich darauf, dass sich „Hinweise auf ein gesundheitliches Risiko der Strahlung geben, die durch neue Medien verursacht wird“ (Zierer 2020, S. 22) und Digitalisierung letztlich zu unterschiedlichen Erkrankungen führen kann. Prof Hilbert Meyer konstatiert, dass digitale Unterrichtsmedien „per se weder schlecht noch gut“ (Rolff/Brägger 2020, S. 54) seien und dass es darauf ankäme, was man mit diesen macht. Im Verlauf des Artikels werde ich eine Synthese aus den Positionen erarbeiten.

Das digitale Klassenzimmer sowie die Gelingensbedingungen sind in Deutschland bisher kaum erforscht. Dies liegt daran, dass die Digitalisierung, vor allem in den Grundschulen, noch wenig vorangeschritten ist. Das Hessische Digitalpakt-Gesetz – HdigSchulG trat am 25. September 2019 in Kraft. Zielsetzung ist, eine flächendeckende kommunale Bildungsstruktur zu schaffen. Im Rahmen der Corona Schulschließungen am 16.03.2020, zeigte sich, dass Schulen bisher kaum über eine angemessene Infrastruktur oder und demzufolge auch über keine Konzepte verfügen. So erklärt sich, dass Lehrkräfte auf sich alleine gestellt nach Lösungen zur Beschulung der Kinder suchen mussten. Das digitale Klassenzimmer, als Modellversuch einer dritten Klasse, wurde selbstständig von mir initiiert, demzufolge gibt es bisher keine zusammenfassenden Studienergebnisse. Der Einsatz digitaler Medien ist umfassender erforscht, daher werde ich mich maßgeblich mit den Grundvoraussetzungen, der kommunalen Bildungsstruktur sowie der Gelingensbedingungen beschäftigen.

Bereits Johann Wolfgang von Goethe schrieb: „Denn es ist zuletzt doch nur der Geist, der jede Technik lebendig macht.“ Was ist diesem Satz im Rahmen dieser Arbeit zu entnehmen? Ein wichtiger Faktor des Gelingens ist die Lehrerprofessionalität. Zunächst werde ich mich in einem kurzen Exkurs den Bedürfnissen der SchülerInnen widmen, die zuhause ihre Aufgaben alleine bewältigen mussten und unbedingt den menschlichen Aspekt, die Lehrperson und Lerngruppen benötigten, um Lernen zu können. Lernen benötigt Miteinander. Kinder brauchen zudem die soziale Interaktion, um sich gesund entwickeln zu können. Wie konnte Miteinander im Rahmen der Schulschließungen gelingen? Der Einsatz von Vidoekonferenztools ermöglichte gemeinsames Lernen, aber jeder Einsatz von Technik benötigt den Menschen, „der sie bedient, um ihre Wirkung zu zeigen“ konstatiert Zierer (Zierer 2020, S. 127). Es kommt also auf die Lehrperson an, ob digitale Bildung oder das digitale Klassenzimmer gelingen kann, da digitale Medien auch gefährlich sein können, Manfred Spitzer prophezeit sogar eine „Digitale Demenz“ (vgl. Spitzer 2014, S.298). Was bedeutet demzufolge Lehrerprofessionalität im Zusammenhang mit digitalen Medien und dem digitalen Klassenzimmer? Es ist von Bedeutung, dass Lehrkräfte Fachwissen haben, essentiell hingegen ist, dass Lehrkräfte pädagogische und didaktische Kompetenzen aufweisen, die nach Zierer und Hattie, die „Fachkompetenz zum Leben erweckt“ (Zierer 2020, S. 129). Prof Hilber Meyer definiert sechs Standards:

  • Standard 1: Übergeordnetes Ziel des Unterrichts ist die Beförderung von Selbstständigkeit und Mündigkeit

  • Standard 2: Schulische Bildung entfaltet sich in einer Dialektik von Führung und Selbsttätigkeit

  • Standard 3: Unterricht hat dialogischen Charakter

  • Standard 4: Im Zentrum des Unterrichts steht das Thema

  • Standard 5: Lernen ist immer und nicht nur hin und wieder ein „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“.

  • Standard 6: Lernen kann jeder nur für sich. Aber der Lernprozess erfolgt in der Gemeinschaft

Digitales Lernen ist demzufolge kein Selbstläufer, auch wenn es verlockend scheint, die Kinder sich selbstständig mit Medien beschäftigen zu lassen und LehrerInnen hierdurch scheinbare Entlastung erfahren. Diese mediale Beschäftigung ist aber nur sinnvoll und vertretbar, wenn die Kinder ihr Handeln im Dialog mit Lehrkräften, von Lehrerprofessionalität nach Meyer geprägt, reflektieren. Dabei muss die Lehrkraft lenken, leiten und begleiten und bereit sein für Auseinandersetzungen und Herausforderungen, die ein stetiges Anpassen von Unterricht verlangen, welcher nach den 12 Prüfsteinen für die Arbeit mit digitalen Unterrichtsmedien geplant sein sollte (Rolff/Brägger 2020, S. 70).

 

Quelle: Rolff/Brägger 2020, S. 70

Resümee:

Im Rahmen dieser Arbeit kann zwar nicht vertiefend auf die einzelnen Standards zur Lehrerprofessionalität eingegangen werden, zusammenfassend ist aber festzuhalten, dass die scheinbare Medienmündigkeit der „digital natives“ SchülerInnen, geprägt von Souveränität im Surfen, im Chatten und im Nutzen von Apps, durch Schule und Unterricht in eine echte Mündigkeit zu überführen ist, so dass SchülerInnen in der Lage sind, Fragen zu beantworten wie:

  • Was macht die intensive Mediennutzung mit mir?

  • Welche Vorteile, welche Nachteile hat sie für mich?

  • Wie kann ich digitale Medien gewinnbringend in meinen Lernprozess einbinden?

  • Welche ethischen Spielregeln gilt es im Rahmen der Nutzung einzuhalten?

Viele weitere Fragestellungen sind relevant. Im Rahmen dieser Arbeit stehen die eben genannten stellvertretend für viele weitere (vgl. Rolff/Brägger 2020, S. 70).

Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern und SchülerInnen haben die gemeinsame Aufgabe, sich an digitaler Schulentwicklung zu beteiligen. Es sollte durch den Unterricht gelingen, sowohl technisches Know-how, Datenschutzbewusstsein und Problemlösefähigkeit als auch Persönlichkeitsbildung und Selbstbestimmung zu vermitteln und zu verbessern. Dies ist die Aufgabe von Schule und ihrer Lehrkräfte, da in der Nutzung von digitalen Medien einerseits sowohl auf gesundheitlicher sowie emotionaler Ebene viele Gefahren stecken, sie andererseits aber auch nicht mehr wegzudenken ist und eine sinnvolle Nutzung vermittelt werden muss. SchülerInnen benötigen die Fähigkeit, Verantwortung für sich und ihr Handeln zu übernehmen, da wir heute nicht wissen, welche Fähigkeiten unsere SchülerInnen in ihrer Zukunft benötigen. Die Welt ändert sich rasant, die Einsicht darüber muss „zum Grundprinzip digitaler Bildungsprozesse gemacht werden“ (Diethelm 2016, S.3). Dabei sind Irrwege und Freiräume genauso unerlässlich wie gemeinsame Zeit mit MitschülerInnen und Lehrkräften, für Streit, Diskussion und Erkenntnis. Lehrkräfte müssen ihre SchülerInnen auf diesem Weg begleiten und stark machen für deren Zukunft, indem Sie beispielsweise Ihren digitalen Unterricht nach den 12 Prüfsteinen für die Arbeit mit digitalen Medien nach Meyer und Junghans (Rolff/Brägger 2020, S. 70) planen und evaluieren, um einerseits pädagogische Chancen zu eröffnen und andererseits die Risiken der Ineffektivität und Verschwendung von Denkleistung zu vermeiden (vgl. Klimmt 2020, S. 4).

 

2b. Recherche zu wissenschaftlich aufgesetzten Internetinhalten (Universitäten, Ministerien, anerkannten Foren etc.) mit eigenem Kommentar

 

Welche Chancen eröffnen sich durch ein digitales Klassenzimmer? Der nachfolgende Text beschäftigt sich mit 3 unterschiedlichen Internetinhalten zum Thema „Home School“ oder „Homeschooling“ und dem Einsatz von Videokonferenzen, welche zunächst kurz vorgestellt und anschließend in einem Fazit mit eigenen Erfahrungen zusammengeführt werden.  Es wird  beleuchtet, warum und vor allem wie es gelingt, digitale Medien gewinnbringend, in Form von „Online – Präsenzzeiten“ und „digitalem Klassenzimmer“ durch die Lehrkräfte, einzusetzen.

Text 1

5 Empfehlungen für digitales Unterrichten im Schuljahr 2021/21: Von der Corona-Stolperfalle zum systematischen Ansatz (Prof. Christoph Klimmt)

Die 5 Empfehlungen von Klimmt, mit welchen digitales Unterrichten gelingen kann, werden im weiteren Verlauf näher beleuchtet.

  • Empfehlung 1: Stärken und Schwächen von „School School“ und „Home School“ strategisch nutzen.

Nach Klimmt kann man schulisches Lernen „vereinfacht als lange Reihe kognitiver Aufgaben der Typen „Verstehen/Verknüpfen“, „Memorieren/Trainieren“ sowie „Anwenden/Produzieren“ charakterisieren“ (Klimmt 2020, S.4). Durch die Corona bedingten Veränderungen der Lern- und Schulsettings ist es nötig, sich diese unterschiedlichen Typen genauer anzuschauen und herauszuarbeiten, was welches Setting leisten kann. Der bekannte Präsenzunterricht hat seine Stärken im „Verstehen und Verknüpfen“ von neuen Inhalten. Er ermöglicht den Nachfrage-Dialog zwischen SuS und Lehrkraft, das Peer-Teaching, in welchem sich SuS gegenseitig unterstützen und eröffnet der Lehrkraft eine Perspektivenvielfalt der Darstellungsmöglichkeiten. Diese 3 Aspekte finden im Homeschooling nicht statt, es sei denn Lehrkräfte stehen per Vidoekonferenzen zur Verfügung. Daher ist das Einrichten eines digitalen Klassenzimmers zur Vermittlung von Verstehens- und Verknüpfungsprozessen unerlässlich.

Sowohl „Memorieren/Trainieren“ als Informationsverarbeitungsformen als auch „Anwenden/Produzieren“ sind für Homeschooling und Präsenzunterricht geeignet. Zu Hause digital Lernen hat Stärken. Besonders hervorzuheben ist, dass die Kinder in ihrem individuellen Tempo ihre Lernzeit gestalten können. Auch können externe Quellen und Erklärvideos beim Lernen unterstützen. Bei der Unterrichtsplanung ist mit einzubeziehen, dass wahrscheinlich Unterstützung bei der Selbstregulation fehlt und daher Umfang und Schwierigkeitsgrade darauf abgestimmt werden müssen. „Lernen ist anstrengend und mühsam“ (Klimmt 2020, S.5), verlockende Ablenkungen (Kühlschrank, Netflix, Tiere, Spielekonsolen) müssen von den Lehrkräften beachtet und Aufsichts- und Motivationsimpulse sollten eingeplant werden.

  • Empfehlung 2: Präsenzunterricht für das kostbare soziale Miteinander reservieren

SchülerInnen haben unter den sozialen Einschränkungen gelitten. Dauerhaft konzentrierte Denk- und Lernleistungen sind nur zu erbringen, wenn Kinder und Jugendliche psychisch und körperlich gesund sind. Klimmt konstatiert, dass Schulklassen „soziale Strukturen“ sind, „in denen Kohäsion, Kooperation, Team Spirit und auch Konfliktmanagement permanent geleistet werden muss“ (Klimmt 2020, S. 5). Der Fokus der Lehrkräfte sollte daher auf der sozialen Arbeit (Spiele, Quizze, Erzählrunden, Geburtstage, Integration von Außenseitern, Klassenbrieffreundschaften mit Übersee) liegen und nicht auf der akademischen Notwendigkeit.

  • Empfehlung 3: So viel Präsenzlehre wie möglich aufzeichnen

Effektiver Unterrichtsbetrieb ist möglich, wenn es „möglichst wenig Disruption im Lernfluss gibt“ (Klimmt 2002, S.6). Bei Schulschließungen oder Unterrichtsausfall „drohen erhebliche Einbußen und Rückschritte mit Blick auf das zuvor Erreichte“ (Klimmt, ebenda). Spontane, nahtlos ansetzende Reaktionen sind nötig, um pädagogische Professionalität zu wahren. Planungsvorsorge in Form von Aufzeichnungen, sowohl Video- als auch Audiodateien des Präsenzunterrichts können dazu beitragen auch bei Schulschließungen und Ausfall an das zuvor Gelernte anzuknüpfen. Das Erstellen eines Aufzeichnungsarchivs kann im Bedarfsfall nützlich sein.

  • Empfehlung 4: Das Schüler-Smartphone zur Lebenswelt-Schnittstelle des Unterrichts machen

Das Einbeziehen der Lebenswelt ist ohnehin eine pädagogische Basistechnik. Das Smartphone der SchülerInnen kann ein zentraler Weg für Verstehen und Aneignung für nahezu alle SchülerInnen sein. Lebensweltbezogene Varianten der Gegenstandserarbeitung lassen sich operationalisieren:

  • Fotos von historischen Objekten des Wohnorts für Sach- und Heimatkunde,

  • Vorher-Nachher-Fotos physikalischer Versuche in der Küche,

  • Selfie-Videos von trainierten Bewegungsfolgen im Sportunterricht,

  • Aufzeichnungen englischsprachiger Konversationen mit einer Schulfreundin.

Der Einbezug der Lebenswelt ist motivierend, „stärkt die Denk-, Verstehens- und Behaltensleistungen und erzeugt speicherbare Portfolios“ (Klimmt 2020, S. 7), die bei Bedarf auch bewertet werden können.

  • Empfehlung 5: Entlastung durch (digitales) Teamwork und kollegiales Stress-Coping

Da aufgrund von SARS-COV-2 mit weiteren Einschränkungen und Zusatzbelastungen zu rechnen ist, ist auf gegenseitige Entlastung zu achten. Teamwork, vor allem digital, das Erstellen von Lernvideos, welche sich gegenseitig zur Verfügung gestellt werden sowie Stärkung des Teamgeistes mit einer damit verbundenen positiven Arbeitsstimmung können dazu beitragen, „Motivation zu bewahren und Stress zu mildern“ (Klimmt 2020, S.8). Ein Wir - Gefühl im Kollegium kann Schutz vor jeglichen Herausforderungen sein, mit welchen auch weiterhin zu rechnen ist. 

 

Text 2

Veränderte Pädagogik braucht veränderte Strukturen – Impulse für Schulentwicklung am Beispiel der Alemannenschule Wutöschingen (Stefan Ruppaner / Johanns Zylka)

„Ach, eigentlich hat sich gar nicht so viel geändert.“ (Ruppaner 2002, S. 6), so Stefan Ruppaner, Schulleiter der Alemannenschule Wutöschingen. Welche Pädagogik macht eine solche Aussage trotz der veränderten Situation – Schulschließungen – möglich? Die Alemannschule Wutöschingen zeigt mögliche Ansätze für eine veränderte Lern- und Arbeitskultur auf, die es schafft SchülerInnen auch zu Hause mit Unterricht zu versorgen.

Was ist in Wutöschingen anders als in den meisten Schulen? Eigentlich ist alles anders: Individualisierung, Kooperatives Lernen und veränderte sowie gänzlich neue Lernorte (auch außerhalb der Schule) sind gelebte Schulpraxis. Digitales Lernen wird hierbei nicht isoliert gesehen, sondern wird in den Schulalltag integriert. An der Allemannenschule gibt es keine Bücher, keine Klassen, Klassenzimmer oder Unterrichtsstunden, sondern 6 Lernräume: Lernatelier, Marktplatz, Inputräume, Räume für den Clubunterricht, Lebensräume und Digitaler Lernraum. Diese Lernräume sollen durch die positiven Erfahrungen während der Schulschließungen durch einen siebten Raum, das Home-Office, erweitert werden. Auch haben alle SchülerInnen ein eigenes I-Pad („one-to-one Lösung“) und nutzen die digitale Lernplattform DiLer sowie Materialien zum eigenverantwortlichen Lernen, welches über Jahre hinweg erarbeitet und über ein gemeinnütziges Materialnetzwerk zur Verfügung gestellt wird. Hierdurch sind sie gut gerüstet, um Lernen bestmöglich zu gestalten. Nach Ruppaner sind die Rahmenbedingungen in Schulen häufig mangelhaft. Schulleitungen und Kollegien erfahren durch Politik zu wenig Unterstützung. Es mangelt an Ausstattung und geeigneten Arbeitsbedingungen. Dies bremst Schulentwicklung. Erfolgreich während der Schulschließungen war, wer sich bereits zuvor auf einen veränderten Weg begeben hat und Schulentwicklung – auch digital – vorangebracht hat. Immense Kluften taten sich auf bei denjenigen, welche dies nicht taten. SchülerInnen aus Wutöschingen äußerten den Wunsch, auch öfter von zu Hause aus lernen zu dürfen, da sie „endlich in Ruhe zu Hause lernen können und nicht so lange unterwegs sein müssen.“ (Ruppaner 2002, S.6). Jedoch bedarf es stets der Begleitung und Unterstützung durch Erwachsene, damit Lernen gut gelingen kann. Ein weiterer wichtiger Baustein sei die Haltung. Das Leitbild der Alemannenschule verdeutlicht die Grundlagen für gelingende Bildung:

 

Quelle: Ruppaner/Zylka (2020)

 

Text 3

5 Punkte für eine zügige Digitalisierung der Schulen in Niedersachsen

Niedersachsens Staatssekretär des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung hat bis 2022 die Ziele: die flächendeckende Versorgung Niedersachsens mit Breitband–Internet, Beschleunigung der Digitalisierungsprozesse in der Gesellschaft und die digitale Professionalisierung der Landesverwaltung Niedersachsens (Muhle 2020, S.1). Es wird auf zeitgemäßes Lernen gesetzt, geprägt von videobasiertem Lernen, Organisationsfortschritt (auf „Fahrerei“ kann verzichtet werden und Betreuungsfragen lassen sich auch einfacher klären) und digitaler Kontaktmöglichkeiten. Mit Hilfe der Lehrkräfte, ihrem Engagement und ihrer Bereitschaft Neues zu wagen, trotz unbekannten Ausgangs sowie ihrem Pragmatismus seien, so Muhle, wesentliche Voraussetzungen zur Digitalisierung geschaffen. In einem 5 Punkte Programm soll sich Niedersachsens Bildungslandschaft verändern:

  1. Einführung von Lernmanagementsystemen als Basis für Kommunikation, Lernen und digitalem Fortschritt

  2. Es werden datenschutzkonforme Messenger benötigt, die in den Schulen eingesetzt werden dürfen.

  3. Digitale Endgeräte für alle SchülerInnen - Digitale Endgeräte müssen als Lernmittel im Schulgesetz verankert sein, deshalb sollen Gesetzesänderungen vorgenommen werden.

  4. Dienstgeräte für Lehrpersonen - BeamtInnen des Landes benötigen angemessene Arbeitsgeräte, welche entkoppelt von ihren privaten Endgeräten sind.

  5. Zentrale Orte – Bildungshubs –  Vernetzung, Austausch und Qualifikation der Lehrkräfte in Sachen Digitalisierung, Technik und zeitgemäßem Lernen werden gebraucht, daher werden hierfür 5 zentrale Bildungshubs entstehen.

Die Plattform Niedersachsen.digital wurde eingerichtet, um Menschen mit digitalen Affinitäten zusammenzubringen, den Austausch zu optimieren, voneinander zu lernen oder auch nachzuahmen, was bei anderen gut funktioniert. Muhle hält daran fest, dass digitale Bildungsexperimente der Ursprung zügiger Digitalisierung sein werden.

Fazit:

Welche Gelingensbedingungen sind notwendig, um digitales Lernen von zu Hause zu ermöglichen und warum ist es sinnvoll und wichtig, die SchülerInnen auch zu Hause weiter zu begleiten?

Grundsätzlich bedarf es einer veränderten Lern- und Unterrichtskultur. Die Corona Krise hat auf vielfältige Weise Defizite unseres Schulsystems aufgedeckt (vgl. Ruppaner/Zylka 2020, S.7), die es aufzuarbeiten gilt. Der Unterricht im Klassenverband mit Arbeitsblättern und Lehrbuchseiten, welche zur gleichen Zeit von allen gleichzeitig bearbeitet werden sollen, ist nicht zeitgemäß, widerspricht sinnvollem und nachhaltigem Lernen und der Natur des Menschen. Neue Lernkulturen werden benötigt, die es an einigen Schulen bereits gibt (vgl. Ruppaner/Zylka 2020, S.4). Hier darf gerne von gelingenden Beispielen abgeschaut werden, um Ressourcen zu schonen und die Gesundheit zu erhalten. Die Lehrkräfte sollten stetig an ihrer Lehrerprofessionalität im Sinne von Prof. Zierer (vgl. Zierer 2020, S. 127) arbeiten. Auch die LehrerInnen sollten stets weiterlernen und ihr Handeln evaluieren und anpassen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Unterstützung und Ausstattung durch die Politik (vgl. Muhle 2020, S.3). Wenn diese flächendeckend gewährleistet sind, dann können auch die Schulleitungen und ihre Lehrkräfte das „digitale Handwerkszeug“ in ihren Unterricht einplanen und passende Konzepte für die SchülerInnen entwickeln (vgl. Muhle 2020, S. 2).

Prozesse des Verstehens und Verknüpfens gelingen, wenn Sie von Lehrpersonen begleitet werden, daher ist das Einrichten eines digitalen Klassenzimmers in Form von Videokonferenzen eine sinnvolle Möglichkeit, die SchülerInnen als Lernbegleiter zu unterstützen. Aus lernpsychologischer Sicht ist es nötig, die Taxomiestufen nach Bloom zu durchlaufen. Gelingt es den Lehrkräften, die SchülerInnen auf diesem Weg zu begleiten, sie zu mündigen, selbstständigen Lernen zu erziehen, dann sind sie gewappnet für ihre ungewissen Zukunft, die erfordert, immer wieder auf neue Situationen angepasst, sinnvolle Entscheidungen zu treffen. 

 

2c. Protokolle und Zusammenfassungen von Mitschriften affiner Veranstaltungen – Webinare zur Verbesserung der digitalen Unterrichtsqualität

 

Im Verlauf meiner eigenen Lehrerprofessionalisierung im Rahmen des digitalen Lernens, habe ich sowohl im Selbststudium, als auch mit Unterstützung durch Webinare meine digitale Unterrichtsqualität zu verbessern versucht. Exemplarisch möchte ich folgende Veranstaltungen, die ich hierzu in der Zeit von April bis Juni 2020 besucht habe, auflisten:

 

  1. 16.04.2020 Webinar „So gelingt Musikunterricht auf Distanz“

  2. 27.-30.04.2020 Friedrich Verlag Digital unterrichten: So funktioniert Lernen mit digitalen Medien – Referent Bob Blume

  3. Lugert Verlag 13.05.2020 „Erklärvideos schnell und einfach selbst erstellen“ – eine Methode für den Musikunterricht auf Distanz

  4. Lugert Verlag 14.05.2020 „Wie Musik die Beziehung zu Eltern und Kindern in der Corona Zeit stärken kann“

  5. Lugert Verlag 26.05.2020 „Musikpraktische Homeschooling Ideen für die 1. und 2. Klasse“

  6. Friedrich Akademie „Homeschooling: Unterrichten im digitalen Klassenzimmer“ 02.,03.,05.06.2020 Nikola Poitzmann

  7. Hessische Lehrkräfteakademie „Digitale Unterrichtsorganisation und Erstellung von digitalen Aufgaben“ 08.06.2020

  8. SPH pädagogisches Netzwerk „Mein Unterricht zur Unterrichtsdokumentierung, Anwesenheits- sowie Leistungserfassung für Lehrende“ 29.05.2020

  9. Medienzentrum Main-Taunus-Kreis „Das virtuelle Klassenzimmer – der Einsatz einer digitalen Pinnwand im Onlineunterricht der Grundschule und Förderschule Hessische Lehrkräfteakademie“ 04.06.2020

  10. Friedrich Akademie „Schule in Zeiten von Corona: gesund, stark, solidarisch - Botho Priebe. 08.,09,,10.06.2020

  11. Hackathon „Wir für Schule“ Verzahnung von Präsenzunterricht und Homeschooling

  12. Forum Bildung Digitalisierung „Medienkonzept nachhaltig implementieren“ 01.04.2020

  13. Forum Bildung Digitalisierung „Datenschutz“ 22.06.2020

 

Da ich im Rahmen dieser Arbeit nicht auf alle näher eingehen kann, werde ich einige Mitschriften und Erfahrungen exemplarisch aufführen:

 

zu 3.: Erklärvideos schnell und einfach selbst erstellen

Besonders hat mich das Erstellen von Erklärvideos fasziniert, da ich, durch meinen eigenen Lernprozess erfahren, gerne auf Lernvideos und Mitschnitte von Präsenzveranstaltungen zurückgreife. Bereits bevor ich diese Webinar besuchte, begann ich, eigene Erklärvideos für meine SchülerInnen zu erstellen und diese für meinen Unterricht einzusetzen.

Beispiele meiner erstellten Lernvideos:

Im Rahmen des Webinars „Erklärvideos schnell und einfach erstellen“ war ich total fasziniert von der vorgestellten Legetechnik. Es wurde umfassend erklärt, welche Ausstattung man benötigt und wie man ein solches Video didaktisch aufbaut. Auch die Materialien wurden im Anschluss allen Teilnehmern zu Verfügung gestellt, so dass dem Nachahmen nichts mehr im Wege stand.

Zu 4.: Wie Musik die Beziehung zu Eltern und Kindern in der Corona Zeit stärken kann

Das Webinar „Wie Musik die Beziehung zu Kindern und Eltern stärkt“ zeigte eindrücklich, wie es gelingen kann, trotz Distanz mit Hilfe von Musik eine Beziehung zu den Kindern aufrecht zu erhalten und einen Gemeinschaftssinn zu wecken. In meinen Unterricht habe ich einige der Beispiele selbst erprobt. Kinder und ich waren begeistert. Im Anhang findet sich das umfassende Handout, aus welchem Inhalte und Praxisbeispiele hervorgehen.

 

Zu 10: Schule in Zeiten von Corona: gesund, stark, solidarisch - Botho Priebe

Dieses dreiteilige Webinar zu je 45 Minuten beschäftigte sich mit folgenden Themen:

Teil 1: Gesunde Schule in Corona-Zeiten: Worauf Sie jetzt achten müssen.
Teil 2: Inklusion: Was Sie gerade jetzt wissen und können sollten.
Teil 3: Gemeinsam stark: Ohne Eltern geht es nicht, gerade jetzt.

Folgende Kompetenzen wurden vermittelt:

  • „Sie kennen die Rahmenbedingungen der Wiederöffnung der Schulen und können Hygiene- und Schutzmaßnahmen sowie Pausenregelungen, Notbetreuung und digitale Konzepte umsetzen.

  • Sie kennen Dimensionen des Begriffs Inklusion und können Diagnose- und Förderplanungsinstrumente einsetzen.

  • Sie erhalten Antworten auf Fragen zum Gesundheits- und Infektionsschutz an inklusiven Schulen in Zeiten von Corona.

  • Sie kennen die wesentlichen Neuerungen in der Zusammenarbeit mit Eltern und können Beratungsgespräche optimal strukturieren.“ (Friedrich Verlag 2020)

 

Alle Webinare haben mein Wissen erweitert, auch wenn einige davon Themen und Inhalte vorstellten, welche ich bereits zu diesem Zeitpunkt mit meiner Klasse umsetzte. Grundsätzlich kann ich alle Lehrkräfte nur ermutigen, sich auf Webinare einzulassen. Sie ersparen nicht nur lange Fahrzeiten, sondern ermöglichen die Weiterbildung und sind daher zur eigenen Professionalisierung sehr zu empfehlen. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist, dass sie auch abends oder nachmittags zu besuchen sind, so dass es zu keinen Ausfällen des Präsenzunterrichts und Vertretungsbedarf kommen muss. Betreuungsschwierigkeiten von eigenen Kindern können sich erübrigen, da Webinare von zu Hause besucht werden und auf Inhalte durch die Datenarchivierung zu selbst gewählten Zeitpunkten zurückgegriffen werden kann.

 

 

2d. Gehaltene Referate, Präsentationen oder Statements auf der Grundlage der Studieninhalte

„Die wichtigste Voraussetzung für kumulative und anspruchsvolle Lernprozesse sind nicht formale Schlüsselqualifikationen, sondern ist eine solide und gut organisierte Wissensbasis, d.h. ein in sich vernetztes, in verschiedenen Situationen erprobtes und flexibel anpassbares Wissen („intelligentes Wissen“), das Fakten, Konzepte, Theorien und Methoden gleichermaßen umfasst.“ (Helmke 2018, S.13), so Helmke in seinem Studienbrief zur Unterrichtsqualität. Was bedeutet das für das schulische Lernen, für den einzelnen SchülerIn im Rahmen des digitalen Lernens? Nach Helmke ist es nötig, „auf allen diesen Lern- und Bildungsdimensionen das jeweils Zukunftsweisende zu tun, ohne das traditionell Notwendige zu lassen, das ist die wichtigste Schlussfolgerung aus den verfügbaren kognitions-, lern- und entwicklungspsychologischen Erkenntnissen“ (Helmke 2020, S.14). Wir stehen gerade vor einer notwendigen Veränderung der Bildungslandschaft, alte Konzepte müssen überdacht und neue Herausforderungen und Bedingungen müssen in die Überarbeitung mit eingeplant werden. Weinert propagiert sechs fundamentale Bildungsziele (vgl. Helmke 2020, S.14), die auf dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule basieren und die auch während des digitalen Unterrichts vermittelt werden können und sollen:

  • Erwerb intelligenten Wissens

  • Erwerb anwendungsfähigen Wissens (Projektunterricht)

  • Erwerb variabel nutzbarer Schlüsselqualifikationen

  • Erwerb des Lernen Lernens (Lernkompetenz)

  • Erwerb sozialer Kompetenzen

  • Erwerb von Wertorientierungen

Beispielhaft möchte ich aufzeigen, wie die Vermittlung der Bildungsziele mit Hilfe des Modellversuchs zum digitalen Klassenzimmer einer dritten Klasse gelingen konnte:

Das wichtigste Bildungsziel zu Beginn der Schulschließungen war mir zunächst der Erhalt des gemeinsamen Lernens und somit der Erwerb sozialer Kompetenzen. Die regelgeleitete Zusammenarbeit sowohl im Gruppenunterricht während der Videokonferenzen, als auch die Teamarbeit, welche in Breakout-Räumen (Videokonferenzräume für Kleingruppen) stattfand, unterstützt von mir als Lernbegleiter, ermöglichte den Erwerb und Erhalt von sozialen Kompetenzen. Im Projektunterricht zu Goethes Zauberlehrling entstand ein Film, zu welchem jedes Kind etwas beitrug, sei es durch gezeichnete Bilder oder Wort- und Tonbeiträge. Weinert (Helmke 2020, S.15) spricht von dem Erwerb von intelligentem Wissen. Der feste Tagesablauf mit Tageszielen und Feedback am Ende der jeweiligen täglichen Arbeitseinheit trug dazu bei, den Kindern das Lernen zu lernen und erforderte Expertise über das eigene Lernen. Gefördert wurde es durch angeleitetes, aber selbstständiges Lernen und Reflexionen über das eigene Lernen im Rahmen eines festen Tagesablaufs (vgl. Stricker 2020, S.45). Variabel nutzbare Schlüsselqualifikationen wird nach Weinert (vgl. Helmke 2020, S. 15) begünstigt durch eine Kombination von lehrergesteuertem und schülergesteuertem Unterricht. Ein Beispiel für den Erwerb dieser Schlüsselqualifikation war beispielsweise die Durchführung und Begleitung des Projekts zum Stuntroller: https://www.medienfuerbildung.com/stuntscooter. Dieses Beispiel zeigte mir eindrücklich, wie wichtig es ist, die Interessen und Lebenswelten der Kinder mit einfließen zu lassen und welche herausragenden Ergebnisse erzielt werden können: Ein Schüler, welcher sich sehr uninteressiert an Lerninhalten zeigte, nur das Minimum des gestellten Aufgabenpensums freiwillig erledigte und dessen Mutter sich hilfesuchend an mich wandte, erhielt von mir eine auf seine Interessen abgestimmte Lernaufgabe. Zunächst traf ich mich mit ihm und seiner Mama in einer Videokonferenz, um mögliche Interessen herauszuarbeiten. Nachdem sich herausstellte, dass seine Freizeit wann immer möglich geprägt war von Stuntrollerfahren, erarbeitete ich eine Lernaufgabe zum Thema Trendsportarten, welche ich dem Schüler in Form eines Padlets, einer digitalen Bereitstellung von Aufgaben und Videos zur Verfügung stellte:

https://de.padlet.com/christianestricker/Bookmarks

Der Schüler erstellte Lernvideos, einen Sachtext und übte parallel dazu neue Stunts mit seinem Roller, welche er umfassend dokumentierte. Sein Lernwille und die Motivation waren gepackt. Der Schüler berichtete mir, dass er so immer lernen möchte, dass es ihm großen Spaß gemacht habe und dass es gar nicht anstrengend oder langweilig war.

Entscheidend für den Lernerfolg und umfassender Kompetenzentwicklungen im Rahmen des digitalen Klassenzimmers ist wohl, dass die gesamte Bandbreite der Lernformen von klassischer Konditionierung über Verstärkungslernen, Lernen durch Unterweisung bis zum Beobachtungslernen ausgeschöpft wird (vlg. Helmke 2020, S.15). Dabei sind die Interessen der Kinder mit einzubeziehen, während die Lehrkraft als Lernbegleiter unterstützend tätig ist.

 

2e. Darstellung von Projektmitarbeiten, in die Studieninhalte eingeflossen sind

 

Das digitale Klassenzimmer, ein Modellversuch zum digitalen Lernen in einer dritten Klasse während der Corona Schulschließungen, sollte dazu dienen, Unterricht sicherzustellen, ein Ort des Miteinanders und des Austausches zu sein und selbstreguliertes Lernen der SchülerInnen weiter zu fördern. Mit diesem Anspruch und begleitet von der These, dass mein Selbstwirksamkeitsgefühl  und die Fähigkeit zur Eigenverantwortung entscheidend sind für den Erfolg meines Handelns, begann ich, im „do – it – yourself“ Prinzip eine Möglichkeit zu schaffen, für meine dritte Klasse als Lernbegleiter da sein zu können. Zunächst schuf ich die Lernplattform, eine Homepage: www.medienfuerbildung.com, welche ich mit Aufgaben, Wissen und Informationen für Eltern und Lehrkräfte füllte. Diese Lernplattform diente als Basis für die Einrichtung der täglichen Videokonferenz, die den direkten Austausch während des Lernens ermöglichte. Ausgestattet mit diesen beiden „Tools“, war es möglich, täglichen Unterricht anzubieten und fortzusetzen. Während dieser Zeit stand ich regelmäßig vor großen Herausforderungen, entweder waren diese technischer (es fehlte die technische Ausstattung sowie das Know-how) oder menschlicher Art, da ich keine Unterstützung durch Schule, Schulamt oder Träger erfuhr. Dennoch im Sinne der Kinder und ihrem Recht auf Bildung zu handeln war mein oberstes Prinzip. Welche Gelingensbedingungen auf der einen Seite und welche Haltung auf der anderen Seite waren nötig, um Lernen zu sichern?

Grundsätzlich bedurfte es auf Seiten der Lehrkraft einer offenen Haltung für Neues, einen forschenden Habitus (vgl. Bastian 2017, S.69) und eigenverantwortlichen Handelns. Es war eine Reise ins Ungewisse mit der Fähigkeit, neue Handlungssituationen zu konzeptionieren, die so Bastian „nur begrenzt planbar sind und deren Entwicklung nur begrenzt prognostizierbar ist“ (Bastian 2017, S.69). Da auch nicht vorherzusehen war, welche Unterstützung ich erhalten würde, half es sehr, dass ich glücklicherweise mit einem Selbstwirksamkeitsgefühl ausgestattet war, das mich jegliche Herausforderung angehen ließ, obwohl ich beispielsweise selbst über wenig Wissen zum digitalen Lernen verfügte und auf Widerstände im Kollegium stieß. Aus pädagogischer Sicht war das Projekt bereits zu Beginn ein Erfolg: täglich gemeinsam Neues lernen begleitete meine Klasse und mich. Dies entsprach dem Recht auf Bildung und rechtfertigte mein Handeln, da der Staat unter anderem die Pflicht hat, „dafür Sorge zu tragen, dass möglichst jeder Mensch eine seiner Begabung entsprechende Bildung erhalten kann“ (Rux 2011, S.58) so Rux im Studienbrief zum Schulrecht. Die Teamarbeit mit einer Kollegin erleichterte das Weiterentwickeln des digitalen Unterrichts. Gemeinsam planten wir Unterricht, erstellten Lernvideos und tauschten uns über die Erfahrungen während des Unterrichtens aus. „Die Praxisgemeinschaft ist damit das sine qua non der Unterrichtsentwicklung“ (Bastian 2017, S.74), so Bastian.

Auf Seiten der SchülerInnen war zunächst zu klären, welche digitale Ausstattung vorhanden sein würde. Grundsätzlich plante ich mein Lernangebot so, dass Kinder mit Smartphone, Tablet oder PC am Unterricht teilhaben konnten. Dies sollte der sozialen Ungleichheit vorbeugen. In einer Umfrage vor Beginn der Videokonferenzen klärte ich mit Hilfe eines Fragebogens, welche meiner SchülerInnen welche Geräte zur Verfügung haben würden und erprobte jegliche Möglichkeiten aus. Diejenigen, die nach der Testphase noch Probleme technischer Art hatten, besuchte ich vor ihren Haustüren, streng an die Hygienevorschriften haltend, installierte die Technik und erklärte Funktionsweisen, so dass sichergestellt war, dass jeder, der am Unterricht teilhaben wollte, dies auch konnte. An dieser Stelle hätte ich mir die Infrastruktur und Unterstützung durch Schulamt und Träger gewünscht, aber letztlich ließ es sich das Projekt auch ohne diese Hilfe realisieren. Kinder, welche über kein Gerät verfügten, erhielten Leihgeräte, welche ich mit Hilfe von Eltern organisierte. Auch in diesem Punkt sind Kooperationen unerlässlich. Technik, Haltung und Innovationswille waren nun vorhanden, nun ging es in die konkrete Unterrichtsplanung, die ähnlich meines Präsenzunterrichts erfolgte. Da mein regulärer Unterricht geprägt ist von Selbstständigkeit, eigenständigem Denken und einem eigenverantwortlichen Zugang zum Lernen (vgl. Bastian 2017, S.75) unterschied sich das digitale Klassenzimmer lediglich in einem Tool, dem Klassenraum. Die tägliche Tagestransparenz, mit Festhalten der Lernziele, dem eigenverantwortlichen Arbeiten in den Arbeitsphasen und die Evaluation der Tagesziele unterschieden sich kaum vom Unterricht in der Präsenzzeit. Für SchülerInnen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf blieb ich vormittags vollständig digital ansprechbar, so dass eine permanente Lernbegleitung gesichert war. Der Unterricht selbst war über einen mehrdimensionalen Zugang zum Lernen gesichert. Ich unterschied zwischen Projekt, Lehrgang und Training (vgl. Bastian 2017, S.75). Auf meiner Homepage sind vielfältige Ergebnisse der SchülerInnen präsentiert, auf welche ich, dem Umfang dieser Arbeit geschuldet, nicht vertiefend eingehen kann. Auch wenn ich selbst zu Beginn des Projekts skeptisch war, ob die SchülerInnen mit der Herausforderung des digitalen Lernens umgehen können, legte sich diese Skepsis recht schnell, da alle SchülerInnen permanent einen Lernzuwachs zu verzeichnen hatten.  Um mir dessen auch sicher zu sein, führte ich regelmäßig unbenotete Lernstandskontrollen durch, die den SchülerInnen als solche nicht bewusst sein sollten, um keinen Stress aufzubauen. Unser Lernen sollte individualisiert, kindgerecht und verhältsnismäßig sein und ein Wir – Gefühl aufrechterhalten.

Fazit:

Retrospektiv betrachtet war mein Modellversuch sehr gewagt. Zwar hatte ich vom ersten Tag an meine Ziele für die Lernentwicklung der SchülerInnen immer im Blick, jedoch war nicht gesichert, dass ich diese Ziele auch mit Gewissheit erreichen werde, da das Projekt aus zu vielen Unbekannten bestand. Letztlich verlor ich meine Schule und vor allem meine Klasse mit der Begründung, „den Schulfrieden gestört“ zu haben (zuständiges Schulamt 2020). Man ordnete mich aufgrund meiner Tätigkeiten im Rahmen der Unterrichtsentwicklung ab. Dies erschütterte mich im Nachhinein sehr. Wenn ich mir dessen bewusst gewesen wäre, weiß ich nicht, ob ich mich nochmals dafür entscheiden würde. Da ich aber aus voller Überzeugung Pädagogin bin, arbeite ich weiter an meinem Projekt, da es im Sinne des Lernens der Kindern ist, für diese als Lernbegleiter da zu sein. Die projektorientierte Arbeit des digitalen Klassenzimmers, verbunden mit den Kompetenzen, die die Kinder nicht zuletzt im digitalen Lernen errungen haben, sind es Wert, den Weg weiter zu beschreiten, die Arbeit zu evaluieren und zu professionalisieren. Meine Haltung scheint eine entscheidende Rolle dazu beigetragen zu haben, das Projekt als gelungen und fortzuführen würdig zu bezeichnen (vgl. Zitate von Eltern und SchülerInnen:

https://www.medienfuerbildung.com/das-digitale-klassenzimmer-ein-proj).

 

 

2 f. Reflexion über Schlüsselerlebnisse

 

Eine ganz zentrale Frage begleitet mich vom ersten Tag der Schulschließungen aufgrund der Pandemie durch SARS – Covid 19: Wie kann es gelingen, zukunftsfähige verlässliche Bildung in der digitalisierten Welt für GrundschülerInnen zu ermöglichen? Von dieser Frage geleitet, die sich als Gretchenfrage entpuppte, versuchte ich ein Konzept zu entwickeln, welches dem Anspruch zukunftsfähig und verlässlich gerecht werden könnte. Es erschien mir nicht tragfähig, SchülerInnen mit Aufgaben zu bestücken, welche sie in Alleinarbeit zu Hause erledigen sollten. Zudem wollte ich die Eltern entlasten, welche ohnehin auf vielfältige Weise durch die Situation stark beansprucht waren. Diese Ausgangsituation ließ mich neue Wege gehen, bewirkte eine Veränderungsbereitschaft in mir, da ich bisher völlig überzeugt von sozialer, realer Interaktion war und digitales Lernen keine Rolle spielte. Innovative Aktivitäten (vgl. Bastian 2017, S. 71) wurden geweckt, welche ich erläutern möchte.

Bereits in der ersten Woche der Schulschließungen begann ich, Ideen zu entwickeln, die dem allgemeinen Trend Wochenpläne herauszugeben, bestückt mit Aufgaben, die die Kinder aufforderten Arbeitsblatt für Arbeitsblatt oder Seite für Seite im Buch abzuarbeiten, entgegenstanden. Mein realer Unterricht fördert Selbstständigkeit, ist geprägt von offenen Aufgaben und Interessenserkundungen der Kinder und ist vor allem von mir als stetiger Lernbegleiter unterstützt. Diese Merkmale von Unterricht wollte ich auch trotz Pandemie weiterführen. So entstand zunächst trotz vielfältiger Widerstände die Idee, eine Homepage für die SchülerInnen zu entwickeln, welche als Lernplattform dienen sollte. „Eines der wichtigsten Ziele von digitaler Bildung sollte es sein, den Computer sinnvoll in die soziale Kommunikation zwischen Lehrkräften und ihren SchülerInnen einzubinden.“, konstatiert Aufenanger. (Aufenanger 2020, S. 6). Die Lernplattform als solche ermöglichte zu Beginn jedoch keine soziale Kommunikation, daher entwickelte ich eine weitere Idee: die Möglichkeit des Chats mit mir. Ich holte mir die Einverständniserklärungen der Eltern ein und chattete mit den Kindern, deren Genehmigung ich dazu hatte. Das Chatten stellte eine Verbesserung der Situation dar, entsprach aber noch immer nicht meinen Vorstellungen von gutem Unterricht und den Aufgaben einer Lehrkraft. Ein weiterer Entwicklungsschritt zur Professionalisierung der pädagogischen Arbeit wurde nötig (Bastian 2017, S. 71): das Einrichten des täglichen Videochats, welchen ich ausführlich auf meiner Homepage dokumentierte (https://www.medienfuerbildung.com/das-digitale-klassenzimmer-ein-proj). Mit Hilfe dieses Tools gelang es, täglichen Unterricht anzubieten, das Wir – Gefühl zu fördern und die SchülerInnen auf ihrem Lernweg zu begleiten. Der Unterricht als solches folgte ähnlichen Strukturen, wie derjenige, den ich auch im realen Unterricht plane. SchülerInnen arbeiteten projektorientiert und fächerverbindend. Die Zeit dieses Unterrichts war für mich als Lehrkraft aber auch für die Kinder sehr gewinnbringend. Sie lernten ohne Notendruck in ihren jeweiligen Tempi, gemeinsam, alleine, mit Partner oder in Kleingruppen, was mit Hilfe von Breakout Räumen möglich war. Der ritualisierte Morgenkreis verschaffte einen Überblick über den Tagesablauf und die Kinder setzten sich Tagesziele, die wir im Anschluss an den täglichen Unterricht reflektierten. Noch bevor die Osterferien begannen, stellten mir die Kinder Fragen wie:

"Frau Stricker, sehen wir uns hier in den Ferien?"

"Frau Stricker, können wir das auch weitermachen, auch wenn die Schule wieder normal weitergeht?"

"Frau Stricker, darf ich länger bleiben, hast du noch eine Aufgabe?"

Dies hatte Einfluss auf mein Selbstwirksamkeitsgefühl und motivierte mich zu weiteren Innovationen. Ich stellte den Unterricht auf ein Flipped Classroom Modell (https://www.medienfuerbildung.com/blended-learning) um und erstellte hierfür gemeinsam mit einer Kollegin unterschiedlichste Lernvideos. Die gemeinsame Arbeit mit der Kollegin und den Akteursgruppen (Eltern und SchülerInnen) ermöglichte eine professionelle Kooperation und war Kern der Entwicklung meiner beruflichen Kompetenz (vgl. Bastian 2017, S. 74). Leider war nicht alles nur von Erfolg gekrönt. Ich bekam die Unruhen zwar zunächst nicht mit, jedoch wurde mir zum Ende der Notwendigkeit dieser Beschulung, da die Schulen wieder öffneten, mitgeteilt, dass ich den Schulfrieden gestört hätte und man ordnete mich aufgrund dessen in eine andere Schule ab. Gerne hätte ich mich über mein Projekt in unserem kleinen Kollegium ausgetauscht, meine Erfahrungen und auch Ängste geteilt. Doch leider wurde mir dies versagt, was mich im Nachhinein unterschiedlichste Gefühle durchleben ließ. Ich war hin- und hergerissen davon, ob ich trotz des Erfolgs meines digitalen Klassenzimmers nicht doch alles beenden und von nun an lieber ohne Innovation „Befehlsentgegennehmer“ werden sollte. Meine pädagogische Haltung verbietet mir dies zum Glück und letztlich bin ich sehr froh darüber. Es war eine wunderbare Zeit mit den SchülerInnen und Eltern, die weder die Eltern, noch die SchülerInnen oder ich missen möchten. Meine Arbeit, das Erstellen von Lernvideos, die Pflege der Homepage und Recherche nach guten Aufgaben, die Ausarbeitung von digitalen Konzepten und die Kooperation mit anderen, werde ich weiter fortsetzen und die Tatsache, dass ich den Schulfrieden gestört hätte, nehme ich als klaren Hinweis dafür, dass Innovation Unruhe mit sich bringt. Den Schulfrieden zu stören muss ich wohl manchmal für Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozesse in Kauf nehmen.

 

 

 

3. Resümee

Die vorliegende Arbeit kann nur exemplarisch den Umfang und Gehalt des Modellversuchs zum digitalen Klassenzimmer darstellen. Die Fragestellung bzw. das Ziel der Arbeit wird dennoch insofern geklärt und erreicht, da die Lernziele und Kompetenzen auf Seiten der Kinder aufgezeigt und wichtige Gelingensbedingungen aus pädagogischer Sicht dargestellt werden. In der Umfrage das „Deutsche Schulbarometer Spezial“ (Deutsches Schulportal 2020) wurden wesentliche Probleme von Schule aufgezeigt. Die Lehrerbefragung ergab, dass vor allem die Grundschulen schlecht auf die Schließungen vorbereitet waren. Es fehlte an technischer Ausstattung. Die meisten Lehrkräfte, 66 %, gaben an, dass ihre Schule in Bezug auf die technische Ausstattung weniger gut oder schlecht auf die Situation vorbereitet war. Darüber hinaus mangelte es an geeignetem Wissen zum digitalen Lernen. Hieran gilt es zukünftig im Rahmen von Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozessen sowie in der Ausbildung zu arbeiten. Weitere Gelingensbedingungen für Lernen sind der direkte Austausch miteinander und Reflexionsprozesse. Nur wer mit seinen SchülerInnen in Kontakt steht, ist auch in der Lage Bildung zu vermitteln. Mit Hilfe des digitalen Klassenzimmers war der tägliche Kontakt gesichert. SchülerInnen benötigen die Fähigkeit, Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu übernehmen. Diese Kompetenz muss von Lehrkräften vermittelt und gemeinsam geübt werden. Digitale Medien sind ein Tool, um in Kontakt zu bleiben. Wer es nutzt, um Arbeitsblätter oder Schulbuchseiten bearbeiten zu lassen, wird sicherlich weniger Lernerfolge erzielen, als derjenige, der die Medien sinnvoll einsetzt. Es kommt daher auf die Lehrpersonen an, die den Unterricht auf die Bedingungen anpassen und entwickeln. Die Gretchenfrage, ob Schule leistet, was sie leisten soll, ist mehr denn je in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Routinen müssen kritisch reflektiert werden. Der Prozess der Unterrichtsentwicklung ist entscheidend. Schulleitungen und Lehrkräfte entwickeln im Idealfall mit den Akteuren der Schule gemeinsam neue Konzepte, binden Bewährtes ein und sind offen für Neues. Ressourcenschonende Konzepte durch gegenseitiges Unterstützen können helfen, Lehrkräften die Angst vor neuer Herausforderung, hoher Arbeitsbelastung und Überforderung zu nehmen. Fächerverbindende Projektarbeiten tragen dazu bei, der zu vermittelnden allseitigen Bildung gerecht zu werden. SchülerInnen arbeiten individuell nach ihrem Lernstand an ihren Aufgaben und erweitern ihr Wissen und ihre Kompetenzen individuell. Lehrkräfte professionalisieren ihr pädagogisches Handeln im Erarbeiten unterschiedlicher Unterrichtsformen (vgl. Bastian 2020, S. 77). Die Schülerperspektive sollte hierbei stets mit einbezogen werden.  Schulleitungen sind gefragt, Lehrkräfte trotz nachvollziehbarer Widerstände (vgl. Bastian 2020, S.71) davon zu überzeugen, gemeinsam Schule weiterzuentwickeln, um zukunftsfähige Bildung anzubieten.

4. Literaturangaben:

 

Aufenanger, Stefan (2020). Digitale Bildung. In: Friedrich Jahresheft #schuleDIGITAL.

 

Bastian, Johannes (2017). Unterrichtsentwicklung. Studienbrief SM00520 Schulmanagement.

 

Diethelm, Ira (2016). Digitale Bildung für den stetigen Wandel. In: Pädagogische Führung, H.

4/2016.

 

Helmke, Andreas (2018). Unterrichtsqualität und Unterrichtsdiagnostik – Konzepte, Messung, Veränderung. Studienbrief SM0510 Schulmanagement.

 

Klimmt, Christoph (2020). 5 Empfehlungen für digitales Unterrichten im Schuljahr 2020/21: Von der Corona-Stolperfalle zum systematischen Ansatz. www.unterrichten.digital, abgerufen am 19.08.2020.

 

Muhle, Stefan (2020). 5 Punkte für eine zügige Digitalisierung der Schulen in Niedersachsen. www.unterrichten.digital, abgerufen a, 03.08.2020

 

Priebe, Botho (2020). 15.08.2020. Schule in Zeiten von Corona: gesund, stark, solidarisch

https://friedrich-verlag.edudip.com/w/367730?wkz=205484&utm_source=Newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=Webinar_SL_Corona

 

Rolff, Hans-Günther/Brägger, Gerold (2020). Kompetenzorientiert unterrichten und Lernen mit digitalen Medien. Weinheim: Beltz.

 

Rux, Johannes (2011). Schulrecht. Studienbrief SM0320 Schulmanagement.

 

Spitzer, Manfred (2014). Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen. München: Droemer.

 

Stricker, Christiane (2020). Ein digitales Abenteuer. Grundschule. 4/2020, 44/45.

 

Zierer, Klaus (2020). Lernen 4.0. 3. Auflage. Baltmannsweiler: Schneider.

 

 

 

Bildquellen:

 

Rolff, Hans-Günther/Brägger, Gerold (2020). Kompetenzorientiert unterrichten und Lernen mit digitalen Medien. Weinheim: Beltz.

 

Ruppaner, Stefan/ Zylka, Johannes (2020). 05.08.2020. Veränderte Pädagogik braucht veränderte Strukturen – Impulse für Schulentwicklung am Beispiel der Alemannenschule Wutöschingen. https://unterrichten.digital/2020/06/03/ruppaner-alemannenschule-wutoeschingen-schule2030/

 

 

Internetquellen:

 

https://de.padlet.com/christianestricker/Bookmarks (erstellt von Christiane Stricker)

 

www.medienfuerbildung.com (Internetseite von Christiane Stricker)

 

https://deutsches-schulportal.de/unterricht/das-deutsche-schulbarometer-spezial-corona-krise/

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